PANORAMA 15.06.12 20:51 Uhr

TU Chemnitz erhält neues Forschungsgebiet und Fördergelder

Die Technische Universität Chemnitz hat die Zusage für ein neues Forschungsfeld erhalten. Im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder wird an der TU ein sogenanntes Exzellenzcluster mit dem Titel "Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) eingerichtet, wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) am Freitag in Bonn bekanntgab. Bis 2017 wird das Projekt zudem mit bis zu 38,5 Millionen Euro gefördert. MERGE ist deutschlandweit der einzige Cluster auf dem Technologiefeld Leichtbau, der zu den Schlüsseltechnologien der Zukunft zählt.

“Das ist einfach großartig für die Uni und die Stadt”, sagte die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig. “Ich gratuliere unserer TU, Magnifizienz und allen Beteiligten zu diesem herausragenden Erfolg, der die Exzellenz der praxisorientierten Forschung in Chemnitz bescheinigt. Ich bin froh, dass die exzellente Arbeit der Wissenschaftler von Bund und Ländern herausgestellt wird. [...] In dem Forschungsbereich ist die TU Chemnitz jetzt in der Premiumliga angekommen.”

Insgesamt werden in dem neuen Forschungsfeld 35 Wissenschaftler aus den Fakultäten für Naturwissenschaften, für Mathematik, für Maschinenbau, für Elektrotechnik und Informationstechnik, für Informatik sowie für Wirtschaftswissenschaften beteiligt sein. Dazu kommen Forscher der beiden Chemnitzer Fraunhofer-Institute und von An-Instituten der TU Chemnitz sowie drei Wissenschaftler der TU Dresden.

Sie werden sich in erster Linie mit den Kunststoffen der Zukunft beschäftigen, die weitaus mehr leisten können, als nur für Einkaufstüten oder Joghurtbecher verwendet zu werden. “Moderne Kunststoffe sind Hightech-Werkstoffe“, betont Prof. Dr. Lothar Kroll, Koordinator des Clusters. „Mit Endlosfasern als Textil verstärkt, spielen sie beispielsweise eine wichtige Rolle im Automobil- und Flugzeugbau. Mit integrierten Sensoren und Aktoren können sie unter anderem zur Überwachung in Windkraftanlagen zum Einsatz kommen. So lassen sich Schäden an den riesigen Rotorblättern rechtzeitig erkennen und auf veränderte Windstärken kann besser reagiert werden."

Derartige Mehrkomponentenbauteile sollen sich künftig preiswert und in Großserie produzieren lassen und das mit geringem Energieaufwand. Derzeit noch getrennte Fertigungsprozesse bei der Verarbeitung unterschiedlicher Werkstoffgruppen, wie Textilien, Kunststoffe und Metalle, wollen die Chemnitzer Wissenschaftler nun zusammenführen. Darüber hinaus sollen diese Leichtbaustrukturen durch die Integration von Mikro- und Nanosystemen intelligent gemacht werden.

Noch mehr Grund zum Feiern als die TU Chemnitz hat die TU Dresden. Als erste und einzige Hochschule im Osten Deutschlands darf sie sich für die nächsten fünf Jahre „Eliteuniversität“ nennen. Das gab die DFG ebenfalls am Freitag in Bonn bekannt. Die Hochschule gehört für die kommenden fünf Jahre zu Deutschlands elf Exzellenzuniversitäten. Große Trauer herrscht dagegen bei der Universität Leipzig, die den Verlust der bisherigen Förderung einer Graduiertenschule verkraften muss. In den kommenden fünf Jahren werden durch das Programm deutschlandweit 39 Universitäten mit insgesamt 2,4 Milliarden Euro gefördert.
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Wo in Chemnitz entstand das Bild? Leserrätsel

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